am 2025-11-26 03:38 PM
Hallo zusammen,
ich hätte noch eine grundlegende Frage, da ich unsere aktuelle Arbeitsweise als eher suboptimal empfinde und im Laufe meiner Recherche unterschiedliche Meinungen dazu gefunden habe.
Unsere Schnitte (vom Modell automatisch aufgebaut) müssen immer nachbearbeitet werden. Ergänzungen sind dabei kein Problem, jedoch werden oft Bereiche umgezeichnet oder einzelne Linien gelöscht. Diese Anpassungen direkt im 3D-Modell zu lösen, wäre zu aufwendig.
Daher stellt sich für mich die Frage: Was ist der beste Workflow, um automatisch erstellte Schnitte weiterzubearbeiten?
Ich kenne bisher folgende Ansätze:
Schnitt verknüpft lassen (automatischer Neuaufbau) und alle Korrekturen als 2D-Elemente im Schnitt ergänzen, ggf. mit Schraffuren als Abdeckung.
Schnitt auf „2D-Zeichnung“ umstellen, 2D-Elemente kopieren/verschieben und anschließend frei bearbeiten. Bei Modelländerungen wird wieder auf „automatisch wieder aufbauen“ gestellt und danach erneut in eine 2D-Zeichnung umgewandelt.
Aus dem verknüpften Schnitt ein Arbeitsblatt (oder Detail?) erzeugen, das dann unabhängig als 2D-Zeichnung bearbeitet werden kann; bei Bedarf kann der Schnitt erneut aktualisiert und überführt werden.
Zur Einordnung meiner bisherigen Erfahrungen:
Die erste Methode wurde mir schon empfohlen, erfordert jedoch meist sowohl umfangreiche Modellvorbereitung als auch aufwendige Nachbearbeitung.
Die zweite Methode ist diejenige, die ich aktuell nutze. Allerdings verlieren die Linien nach der Umwandlung oft ihre grafischen Überschreibungen, was zusätzlichen Aufwand verursacht.
Die dritte Methode habe ich heute in einem älteren Beitrag entdeckt; möglicherweise ist sie inzwischen nicht mehr zeitgemäß.
Wie geht ihr aktuell vor bzw. welcher Workflow hat sich heute als zuverlässig und effizient erwiesen?
Vielen Dank im Voraus!
am 2025-11-26 05:38 PM
Guten Abend,
ich würde die 4. Methode empfehlen:
- erstelle einen unabhängigen Schnitt mit gleichen Namen und dem Zusatz "2D"
- markiere im abhängigen Schnitt alles, füge es im 2D-Schnitt ein
- nun im 2D-Schnitt anpassen
bei Bedarf:
- Teile aus dem 3D-Schnitt wieder in den 2D kopieren
oder
- 3D-Schnitt als Transparentpause dahinter legen um Unterschiede zu sehen und zu bearbeiten 8erfordert einmaliges verschieben der T-Pause).
vg, jens
am 2025-11-26 07:39 PM
Ernsthaft? Der Graphisoft-Partner empfiehlt dem Kunden, der eine teure BIM-Lösung einsetzt, 2D-Schnitte und den manuellen Abgleich? D.h. das Versprechen von Graphisoft der verbundenen Grundrisse, Schnitte und Ansichten gilt nicht mehr?
Mein Rat: bleib im 3D. Sollten irgenwelche Linien nicht passen, dann würde ich immer erst mal das Modell untersuchen und schauen, was man wo ändern kann, damit es im Schnitt stimmt. In der regel klemmt es auch an anderer Stelle in der Darstellung und plötzlich löst sich das auf, weil z.B. Verschneidungszahlen oder Prioritäten angepasst wurden (oder neue Baustoffe erstellt werden).
Was man aber machen kann: mache eine Ebene "2D-Ergänzung" und da kommt alles rein, was im 3D abdecken oder ergänzen soll. Oder Beschriftet. Oder Bemaßt.
2025-11-26 08:24 PM - bearbeitet 2025-11-26 08:30 PM
Es wird immer origineller. Sorry, kann mir das nicht verkneifen, denn es erinnert an immer wiederkehrende Tips von der Hotline an Mitarbeiter, die dann zur „Pfusch-Kartusch“ mit 2D-„Reparatur“ angestiftet werden, anstatt sauber zu arbeiten.
I‘m shocked 😨😱 Es gibt schon sicher immer wieder einen Grund mal quick ‚n‘ dirty 2D drüber zu legen, aber 1000 Gründe sauber zu arbeiten. archicad bietet in vielen (nicht allen) Bereichen echt sehr gute Möglichkeiten, das so zu tun. Halt nicht von allein. Das Problem sitzt meist zwischen Stuhl und Tastatur.
am 2025-11-27 08:49 AM
sorry, er hat klargestellt, dass er nicht 'sauber' 3D modellieren will. Warum soll er nicht eine bessere Lösung bekommen als er benutzt? Und wie Kunden das Produkt benutzen bleibt nun mal ihnen überlassen.
vG, jens
am 2025-11-27 10:23 AM
Wie die vorgeschlagenen Lösungsansätze zeigen gibt es ja nicht nur verschiedene Wege das (mit Archicad) zu lösen, aber auch verschiedene Gründe dafür.
Schnitte und noch mehr Ansichten sind ein ganz wichtiges Kommunikationsmedium für die Architektur. Das Problem der Leblosigkeit von automatisch generierten S/A und dem schwierigeren Hinzufügen und Weglassen von Linien und Flächen ist automatisiert nicht für jede Aufgabenstellung (=Lph./"für was") zu lösen. Der Grad der notwendigen Nachbearbeitung (und die Qualität des 3D-Modells, was nicht maximale Detaillierung bedeutet) entscheidet IMHO über den sinnvollsten Weg. Und gerade weil wir aus einem Modell vielleicht einen Fassdenschnitt in 1:20 und einen Schnitt für eine Verkaufsunterlage erstellen wollen ist Weg 1, 3 oder 4 der richtige. (Weg 2, ähnlich zu 4 halte ich für meist nicht hilfreich).
Ich muss gestehen Weg 4 bisher am häufigsten gegangen zu sein, weil er pragmatisch ist und ich am meisten Kontrolle über die zeichnerische Darstellung hat. Der Abgleich mit den "echten Schnitten" mittels Transparentpause ist in Archicad sehr komfortabel. Man kann das auch optimieren, indem man sich 2D-GDL-Objekte z.B. für Fenster macht, mit denen man sehr schnell Stifte, Schraffuren und Abmessungen anpassen kann.
Das bedeutet NICHT, dass das Modell nicht stimmen und vollständig sein muss!
am 2025-11-27 10:43 AM
OK, offensichtlich verstehen wir die Fragestellung unterschiedlich. Miguel empfindet die Arbeitsweise (3-Modell, Schnitte ableiten und nachbearbeiten) als suboptimal und fragt nach der besten Methode zur Nachbearbeitung.
[...] Was ist der beste Workflow, um automatisch erstellte Schnitte weiterzubearbeiten?[...]
So gesehen hast Du ihm einen validen Rat gegeben. Der erfahrene Planer in mir bemerkt aber, dass es ein grundlegendes Problem in der Arbeitsweise gibt. Denn zum Ende fragt Miguel:
[...]Wie geht ihr aktuell vor bzw. welcher Workflow hat sich heute als zuverlässig und effizient erwiesen? [...]
Und das ist die Antwort, die ich ihm gegeben habe: mach' das Modell besser!
am 2025-11-27 11:10 AM
Eigentlich reicht ja "Schichteinzug im Schnitt" als Stichwort...
Nach meiner Erfahrung ist es häufig gar nicht möglich, eine für einen 50stel-Schitt (und unseren Büro-'Anspruch') ausreichende Detaillierung aus Modell-Elementen zu generieren. Ich finde, teilweises "zu Fuß machen" ist ein nicht nur gangbarer, sondern auch erforderlicher Weg.
am 2025-11-27 11:38 AM
"Früher" musste ich die Schnitte mit 2D nachbreiten, heute lässt sich mit vertretbarem Aufwand ein Gebäude modellieren aus dem jederzeit nutzbare Schnitte bis M1:50 generierbar sein sollten. Wie Torben ausführt ist der Workflow, in Archicad 3D zu nutzen, stark Vorteil-behaftet.
Ansonsten kann ich eine Methode 2.c anbieten, die wir z.B. bei Details nutzen:
am 2025-11-27 12:08 PM
Hallo Miguel,
meiner erfahrung nach ist die erste Methode das richtige aus folgenden Grunden:
LG
Gabriel