Liebe Community-Mitglieder,
Punktwolken werden zunehmend zu einem festen Bestandteil von Renovierungs- und Scan-to-BIM-Workflows, doch große e57-Dateien sind oft schwer zu handhaben und müssen vor der praktischen Nutzung in Archicad häufig vorab aufbereitet werden. Dieser Tipp des Monats stellt eine innovative Lösung vor, die von @torben_wadlinger entwickelt und mit der Community geteilt wurde: ein kostenloses Add-on, mit dem sich große Punktwolken direkt in Archicad flexibler und effizienter bearbeiten lassen.
Große Punktwolken können Millionen von Punkten enthalten und sind dadurch sehr ressourcenintensiv in der Bearbeitung. Um die Performance zu verbessern, greifen Anwender häufig auf externe Software wie CloudCompare zurück, um die Punktwolke vor dem Import in Archicad zu reduzieren. Obwohl dieser Ansatz funktioniert, bringt er zusätzliche Schritte in den Workflow und kann dazu führen, dass mehrere Versionen desselben Scans mit unterschiedlichen Detailgraden exportiert werden müssen, zum Beispiel eine schlanke Version für die tägliche Modellierung und eine dichtere für präzise Detailarbeit.
Anstatt mehrere Versionen der Punktwolke extern zu erzeugen, konvertiert dieses Werkzeug die ursprüngliche e57-Datei in ein optimiertes gspc-Format und ermöglicht es, die angezeigte Punktdichte direkt in Archicad anzupassen. So wird der Bedarf an externer Vorverarbeitung reduziert und der Originalscan bleibt unangetastet.
Laden Sie die angehängte ZIP-Datei im Originalforum herunter und wählen Sie die Version, die zu Ihrem Archicad und Betriebssystem passt. Das Add-on wird zuverlässig auf Archicad 27, 28 und 29 unter macOS und Windows unterstützt. Nach der Installation und einem Neustart von Archicad erscheint der neue Befehl „Punktwolken-Palette…“ im Menü Entwurf.
💡 Anwender von Archicad 26 finden Hinweise im Originalthread; beachten Sie, dass es für diese Version Einschränkungen gibt.
Öffnen Sie die Punktwolken-Palette über das Menü Entwurf. Wählen Sie Ihre e57-Datei aus und legen Sie die Importdichte in Prozent fest. Das Werkzeug konvertiert die e57-Datei mit derselben e57-Bibliothek, die Graphisoft intern verwendet, in das gspc-Format und platziert die Punktwolke im Projekt. Wenn Sie mit einer niedrigen Dichte beginnen, bleibt das Projekt schnell und leicht navigierbar.
💡 Die Punktwolke wird anhand der in der e57-Datei gespeicherten Koordinaten platziert, es erfolgt keine automatische Verschiebung auf Projektnull. BIMcloud-Unterstützung ist für eine zukünftige Version geplant.
Import einer Punktwolke über die Punktwolken-Palette
Falls der Workflow mehr oder weniger Detailtiefe erfordert, ändern Sie einfach den Dichtewert in der Palette und bestätigen Sie. Die Lösung erstellt die gspc-Datei mit den neuen Werten neu und lädt sie automatisch im Bibliothek-Manager, ohne zusätzliche Kopien anzulegen und ohne dass sich Dateien im Projektordner ansammeln.
Das Werkzeug liest jede einzelne Scan-Station aus der e57-Datei aus, nummeriert sie und gruppiert sie anhand ihrer räumlichen Position nach Geschossen. Wenn sich Geschosse im Projekt ändern, wird die Gruppierung automatisch aktualisiert. In der Palette können Sie einzelne Stationen oder ganze Geschosse über das Kontrollkästchen „Sichtbar“ ein- und ausschalten, damit Ihre Ansicht übersichtlich bleibt und das Projekt reaktionsschnell.
Das Add-on optimiert den Scan-to-BIM-Workflow, indem es:
Probieren Sie es aus und teilen Sie uns mit, wie es für Sie funktioniert! Der ursprüngliche Diskussions-Thread ist auf Deutsch, Ihr Browser kann ihn jedoch leicht übersetzen. Sie können @torben_wadlinger für die Entwicklung und Bereitstellung dieses Werkzeugs für die Community Kudos geben und sich in den Originalthread einklinken.
Haben Sie eine clevere Lösung oder einen Lieblingstipp für alltägliche Herausforderungen? Teilen Sie ihn mit der Community – vielleicht wird er im Insights-Blog veröffentlicht!