2025-12-23 05:21 AM - bearbeitet 2025-12-23 05:23 AM
Blick über den Zaun:
Welchen Weg ein Architekt für seine Projekte wählt, ist sehr individuell. Mache gehen von der äußeren Form aus und quetschen dann Funktionen rein. Ich bin eher ein Vertreter davon, sich die Funktionszusammenhänge der einzelnen Bereiche der Architektur zuvor zu überlegen und dann die räumlichen Zusammenhänge die Geometrie entwickeln zu lassen.
Es gibt nun immer ausgefeiltere AI-Tools in dieser Richtung - Werkzeuge zum Entwurf, "bevor ich überhaupt in Archicad einsteige".
SCHAUT EUCH DAS MAL AN! Wenn der Entwurf grundsätzlich mal steht, bist du dann in Archicad schon mal sehr viel früher am Ziel..
https://www.youtube.com/watch?v=169uowKjXcI
Wohin sich die AI in Archicad selber entwickelt, werden wir ja in Zukunft ohnehin sehen. Das wäre aber schon auch ein Weg, der sich für die hauseigene AI anbieten würde.
am 2025-12-23 08:23 AM
Ich habe mir das Video angesehen und muss gestehen, dass mein erstes Interesse zum Ende hin nachezu komplett verflogen ist. Ja, das Raumprogramm in Flächen übertragen zu bekommen und daraus erste Auswertungen zu generieren ist wirklich interessant. Aber der versprochene Zeitvorteil zeigt sich mir nicht wirklich. Der größte Aufwand am Anfang besteht schlicht und ergreifend darin vom Auftraggeber ein Raumprogramm zu erhalten, dass umgesetzt werden soll. Daran scheitert es in der Regel schon. In der Regel sieht es doch so aus, dass der Auftraggeber ein Grundstück in Reichweite hat und erst einmal wissen will, was und wie viel davon er darauf unterbekommt. Da gibt es meiner Meinung nach bereits andere, besser funktionierende AI-Tools. Bisher habe ich nur in Videos von diesen Ansätzen des Entwerfens gesehen. Wir arbeiten in der Regel noch konventionell. Aber das soll sich sicherlich ändern. Ich bin gespannt, wie sich das Thema AI entwickeln wird.
am 2025-12-23 11:19 AM
Man muss auch mal klar unterscheiden, was KI im Sinne von der Verwendung neuronaler Netze ist und was schlicht regelbasiert ist und ich da keine KI drauf loslassen muss.
Interessant ist der erste Teil. Diese bidirektionale Mischung aus Auswertung, erzeugter Geometrie und Bearbeitung. Next Level Sketchup. DAS wäre ein Ansatz, der Archicad gut zu Gesicht stünde. Von mir aus auch in einem Extra-Tool der Nem-Gruppe und vernünftiger Schnittstelle. Kombiniert mit dRofus, das dieses Prinzip ein Gebäude auf Grund des Raumprogrammes zu konfigurieren schon lange kann. Aber eben nur auf Informationsseite.
Der zweite Teil mit der Visualiserung ... IMHO den braucht in dem Stadium in so einem Programm keiner. Auch hier: Schaut euch mal die Raumhöhen an. Und auch KI berechnete beste Tageslichtausleuchtung auf der Grundstückgrenze zum Nachbarn. Da stimmt so einiges nicht. Und selbst wenn sie das technisch hinbekommen, modelliert in der Präsentation der Architekt die Gestaltung aus einem mit Sicherheit sehr reduzierten Katalog. Da kann so ein Tool einem Archicad und seinen Werkzeugen nicht das Wasser reichen. Also entweder kommt das Design vollständig aus einem Prompt oder der Architekt modelliert es. Das Rendering selbst (Juli, Abendstimmung, moderate Innenbeleuchtung...) ist was anderes, aber ob ich dafür eine KI brauche oder ein gut eingestelltes Redshift müssten unsere Renderspezialisten beantworten.