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Ich nehme Bezug auf meinen Beitrag https://community.graphisoft.com/t5/Allgemeine-Fragen/L%C3%B6sung-Archicad-mit-WINE-unter-Linux-und-...
und teile hier die Ergebnisse meiner Versuche mit Claude Code Archicad (26) und Bimcloud 2027 unter Linux via WINE stabil und performant zum Laufen zu bekommen.
Vorneweg möchte ich sagen, dass ich versucht habe, die Installationsskripte so einfach wie möglich zu halten. Trotzdem ist etwas Linux-Erfahrung, insbesondere auf der Konsole, nötig, da es keine click-and-run-Lösung ist. Aber es ist nahe dran.
Getestet habe ich es mit Archicad 24, 26 und 29. 24 fällt raus, weil es noch OpenGL benutzt und das auch unter Linux nur noch schlecht unterstützt wird. 26 benutzt DirectX, was über die Vulkan-Schnittstelle die RTX direkt anspricht und damit echte Grafikbeschleunigung bietet wie unter Windows. 29 habe ich auch installiert, das KI-Fenster in Archicad hat aber Zicken gemacht und läßt sich nicht anklicken etc. Wenn man diese Palette ausblendet, ist aber alles wie in AC 26. Auch die Änderungen an WINE sind die gleichen.
Übrigens WINE: die Installationen müssen zwingend mit den Skripten vorgenommen werden, da Claude 15 Patches für WINE geschrieben hat, damit Archicad/Bimcloud funktioniert. Die Patches sind Korrekturen an fehlerhaften oder unvollständig umgesetzten WINE-Funktionen, die Claude während den Installationsversuchen gefunden und dann gefixt hat. Übrigens muss man nix downloaden. Das machen die Skripte alles selbst. Daher dauert das erste Mal auch etwa eine Stunde, da WINE heruntergeladen wird, die Patches eingespielt werden und dann alles kompiliert wird. Archicad bzw. die Bimcloud können dann auch nicht einfach "normal" gestartet werden, sondern müssen über jeweiligen Startskripte gestartet werden, damit die WINE-Umgebung korrekt gesetzt wird. Ab da wird es spannend: will man ein zweites Archicad starten, ruft man das Skript nochmal auf. Dieses neue Archicad läuft dann in seiner eigenen WINE-Umgebung. Startet man ein weiteres Archicad aus Archicad heraus, läuft es in der WINE-Umgebung des ersten Archicad. Davon bekommt man aber nix mit.
Will man die Bimcloud installieren, geht das auch über ein Skript. Bei der Installation gibt es allerdings einen "Bug": der Bimcloud-Installer möchte für den Blob-Cache die Pfadangabe als 8.3-Pfad, also in der DOS-Notation. D.h. der Installer kann mit langen Dateinamen nix anfangen und bricht ab. Warum das auf dem Mac mit langen Dateinamen funktioniert, ist mir ein Rätsel ...
Der Pfad zum Blob-Cache ist mit c:\Program Files\Graphisoft\Bimcloud\Server\BlobCache hart codiert, daher bei der Abfrage der Pfade in der Installation bitte diesen Pfad angeben. Wer es genau wissen will, schaut in den Ordner Skripte/15-bimcloud.sh , dort sieht man auch die Optionen, die das Skript bietet. Sowohl im Readme.md als auch im Skript selbst wird das Thema 8.3-Namen erklärt. Daher unbedingt lesen.
Alle Dateien, die installiert werden sollen, müssen zwingend im Ordner /installer liegen. Dazu gehören auch zwei wichtige Dateien, ohne die die Textbearbeitungsfunktion in Archicad nicht korrekt angezeigt werden. Es sind zwei original Windows 10-Dateien, die aus einem echten Windows 10/11 aus dem Verzeichnis c:\Window\System32 stammen:
riched20.dll und msls31.dll. WINE hat diese Dateien noch nicht nachgebaut.
Am einfachsten ist es, wenn man den ganzen Ordner einer KI gibt und sie bittet, den Inhalt zu analysieren und zu installieren. Dann ist aber der Spaß weg.
Betriebssystem: CachyOS.
Echte Grafikkarte, am Besten eine RTX. CachyOS installiert dann auch gleich den NVIDIA-Treiber.
Unbedingt in der Datei config.sh im Abschnitt "Installer" angeben, was aus dem Installer-Verzeichnis installiert werden soll.
Wenn da z.B. steht:
#: "${AC26_SETUP:=$PROJECT_DIR/installer/Archicad-26-GER-3001-1.1.exe}"
dann wird Archicad nicht installiert, weil die # die Zeile als Kommentar kennzeichnet. Daher das #-Zeichen entfernen.
Was nicht im Installer-Ordner ist, wird auch nicht installiert, selbst wenn die entsprechende Zeile nicht auskommentiert ist.
Was braucht man, wenn man Archicad 26 installieren möchte:
1. den Codemeter-Treiber als 64Bit-RPM-Paket für Linux: https://www.wibu.com/support/user/user-software/file/download/18355.html
2. Archicad 26 Installationsdatei für Windows
3. Archicad 26 Update für Windows
Der Netzwerk-Dongle wird eigentlich automatisch erkannt. Sollte das nicht der Fall sein, kann man wie üblich über localhost:22352 die Codemeter-Website öffnen und die IP des Dongle-Servers eintragen.
Für die Bimcloud braucht man nur
1. die Installationsdatei
2. Eine Graphisoft-ID zum Registrieren der Bimcloud
Nach der Installation der Bimcloud verhält sich diese, als würde sie unter Windows laufen, inkl. dem kleinen Icon unten rechts in der Taskbar zum Starten. Sie wird auch automatisch nach dem Start von CachyOS gestartet.
Die Skripte liegen unten zum Download bereit. Es sind keine sonstigen ausführbaren Dateien oder DLL's dabei. Das muss man sich selbst downloaden. Und bitte: nur auf echter Hardware betreiben oder die Hardware per Passthrough in eine VM durchreichen. Sonst dauert die Installation beim ersten Mal ewig. Alternativ auf echter Hardware installieren und dann in eine VM schieben, z.B. mit dem VMware Standalone Converter, den man zwar nicht mehr beim Hersteller bekommt aber z.B. im Internet Archive findet.
Profi-Tipp: einfach mal die KI auf dem Rechner, auf dem das installierte Produkt läuft (ich meine so grundsätzlich), eben dieses Produkt überwachen lassen. Das ist aus vielen Gründen aufschlußreich - insbesondere auch im Hinblick auf die Geschwindigkeit, die Speicherauslastung etc. Und sich ein paar Tipps geben lassen zur Optimierung ...
Und jetzt viel Spaß beim Ausprobieren!
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Ein Traum!
Ein erster Weg, sich den Zwängen der Betriebssystem-Hersteller zumindest mal kurzfristig zu entziehen. (Ungefragte Werbung, Anbindung an die Hintertüren für Regierungen - Geheimdienste - gläserner Kunde, ständige Gefahr, dass die Hersteller als Eigentümer der Betriebssysteme ungefragt Funktionen abschaltet oder auch nur von einem Tag zum anderen kostenpflichtig machen kann usw usw usw...)
gestern
Wäre eigentlich "Pflicht Graphisofts selber", Ihr Programm auch für Linux direkt anzubieten - aus meiner Sicht... für uns Anwender... Der Kunde ist König.. Und es wäre eine Markt-Erweiterung für Graphisoft..