am
2018-07-17
01:01 PM
- zuletzt bearbeitet am
2025-11-14
08:54 AM
von
Anna Gnizdiukh
Für eine effiziente Arbeitsweise in Archicad sollten Sie sich auf jeden Fall eine eigene Projektvorlage erstellen. Es gibt Vorlagen von verschiedenen Anbietern auf dem Markt, die Sie kaufen und anpassen können, aber wir sind der Meinung, dass es am besten ist, diese Vorlage selber zu erstellen.
Denn nur dann befassen Sie sich selbst mit ihren eigenen Prozessen, erstellen Ihre eigenen Regeln, können sich am besten mit ihrer Vorlage identifizieren und bauen vor allem das Knowhow auf, diese Vorlage in den nächsten Jahren selber zu pflegen und weiter anzupassen.
Wir dokumentieren Ihnen hier die einzelnen Schritte zu Ihrer eigenen Projektvorlage.
Halten Sie sich an diese Reihenfolge bei der Erstellung, da einige Punkte von den vorherigen abhängig sind.
Überlegen Sie sich ein Ordnungssystem, um Modelldarstellungen, Grafische Überschreibungen, Ebenenkombinationen etc zu benennen. Bewährt hat sich ein System aus Zahlen wie z.B. x.xx
Die erste Zahl ist die Hauptordnungszahl, alle dazugehörigen Elemente, werden nach dem Punkt durchnummeriert. So könnte eine Nummerierung bei der Grafischen Überschreibung aussehen:
1.01 - Prüfung: Bauteile ohne Klassifizierung
1.02 - Prüfung: Bauteile ohne Brandschutz
1.03 - Prüfung - ....
Sie können natürlich auch mit 10er Gruppen arbeiten (1.10, 1.11, 1.20, 1.21 etc) und so mehr Platz für spätere eigene Einstellungen lassen.
Überlegen Sie auch welche Planarten Sie normalerweise erstellen möchten und vergeben Sie dafür Ordnungszahlen oder Buchstaben (Vorentwurf, Entwurf, Bauantrag, Ausführungsplanung, Details, Städtebau, BRI Berechnung, Wohnflächenberechnung, etc.)
Überlegen Sie, ob 0,00 in Ihren Projekten auf Oberkante Fertigfußboden oder Oberkante Rohdecke liegen soll. Dementsprechend müssen Sie später Ihre Geschosse und Favoriten einstellen.
A - ARCHICAD Bibliothek
B - Büro Bibliothek
C - ProjeCt Bibliothek
Wenn Sie keine DWG-Daten ausgeben müssen, können Sie eine sehr einfache Ebenenstruktur anlegen. Sie benötigen dann z.B. keine Ebenen für tragende Außenwände, tragende Innenwände und nicht tragende Innenwände, da sie die tragende Funktion und Lage als Eigenschaften angeben. Dann würde eine Ebene für Wände ausreichen.
Zur Unterscheidung der Linienstärken zeichnen viele Büros mit bunten Stiftsets, benutzen aber für die Ausgabe Stiftsets mit schwarzen Stiften.
In der Archicad Projektvorlage sehen Sie, welche Stifte standardmäßig vom Umbaufilter und einigen Objekten benutzt werden. Versuchen Sie diese Stifte auch so zu benutzen, da die Grundeinstellung der Objekte auf diese Stifte zugreift (z.B. Stift 91 und 255 für Hintergrundschraffur, etc).
Folgende Stifte der deutschen Vorlage sollten Sie nur unter besonderen Umständen ändern:
In der österreichischen Vorlage sind folgende Einstellungen getroffen worden
Oberflächenmaterialien
Baustoffe
Mehrschichtige Bauteile
Raumkategorien
Profile
Projektmarker
Orte
Nutzungsprofile
Die Klassifizierung ist auch Grundlage für alle Berechnungen in der interaktiven Auswertung.
Über die Klassifizierungen legen Sie zudem fest, welche Eigenschaften in den Bauteilen erscheinen.
Wir empfehlen Ihnen, die Klassifizierung aus der Archicad Standardvorlage zu übernehmen. Diese Klassifizierung lehnt sich komplett an den IFC Standard und ist in den IFC Übersetzern auf die entsprechenden IFC Elemente gemappt.
Überlegen Sie, welche Eigenschaften gegenüber den Archicad Eigenschaften noch fehlen
Legen Sie die betreffenden Eigenschaften an, ab Archicad 22 gibt es die neue Option Nicht definiert
Definieren Sie bei jeder Eigenschaft, zu welcher Klassifizierung die Eigenschaft gehören soll
Ab Archicad 22 können Sie Eigenschaften auch aus anderen Werten berechnen oder zusammen setzen. Schauen Sie sich dazu die Beispiele aus der Standardvorlage an
Wir empfehlen Ihnen die IFC Übersetzer inklusive der gesamten Einstellungen aus Archicad Vorlage zu importieren.
In den Migrationsanleitungen finden Sie die einzelnen Schritte.
Legen Sie für immer wiederkehrende Bauteile und Elemente Favoriten an
Wir empfehlen die Verwendung von Favoriten, da dabei immer alle Einstellungen von Ihnen voreingestellt sind. das vermindert die Fehlerquote und die Einstellungszeit
Favoriten können Sie frei in den Ordner organisieren und natürlich im Projekt jederzeit bearbeiten und erweitern
Es ist sicherlich sinnvoll, wenn Sie dafür jeweils einen Favoriten doppelklicken und die Einstellungen für jedes Werkzeug übernehmen.
In der Archicad Standardvorlage sind einige Regeln als Beispiele angelegt.
Erstellen Sie auch Überschreibungen zur Modellkontrolle (z.B. Modell und IFC Import oder Überprüfung der Klassifizierung).
Die Überschreibungen werden nach dem Namen identifiziert. Das heisst, dass die Überschreibung in den Ausschnitten fehlt, wenn Sie einen Namen ändern.
Überlegen Sie sich ein System zur Benennung der Überschreibungen, da diese in einem Projekt nicht geändert werden sollten.
In der Archicad Standardvorlage finden Sie bereits Umbau-Filter. Diese können Sie bei Bedarf erweitern.
Erstellen Sie Modelldarstellungen für alle Planarten, die Sie normalerweise produzieren (Vorentwurf, Entwurf, Bauantrag, Ausführungsplanung, Details, Städtebau, etc) und benennen Sie diese entsprechend.
Beachten Sie, dass einige Einstellungen erst dann einstellbar sein, wenn die betreffenden Elemente sichtbar gestellt sind (z.B. Treppenelemente wie Lauflinien etc).
Modelldarstellungen werden über den Namen identifiziert. Das bedeutet, dass Sie in einem laufenden Projekt die Namen nicht ändern sollten, da sonst die Ausschnitte die Verbindung zur Modelldarstellung verlieren.
Die normale Engine zum Bearbeiten ist die OpenGL Engine
Für gewissen Darstellungen kann aber auch die interne Engine herangezogen werden.
Stellen Sie die benötigten Darstellungsarten ein
Bei jedem neuen Projekt werden hier zudem Bauherr, Grundstück und weitere Daten eingegeben, die dann automatisch im Plankopf erscheinen.
Sie sollten später im Layout keine Texte hin und her kopieren, über die Autotexte erscheinen alle Einträge automatisch
Geben Sie in den Architektendaten Ihre URL und das Logo Ihres Büros an. Diese Daten erscheinen in BIMx
Sofern es später eine 3D-Ansicht des Gebäudes geben sollte, können Sie hier eine kleine Voransicht hinein hinein kopieren. Das erleichtert die Vorschau im Explorer bzw. Finder
Legen Sie die für Sie passenden interaktiven Listen an z.B. Fenster und Türlisten).
Nehmen Sie die Listen aus der Archicad Vorlage und ändern Sie diese ab.
Die Listen in der Vorlage beziehen sich auf die Klassifizierungen
Benutzen Sie die Eigenschaften in der Liste, denn nur diese können später auch über Excel bearbeitet werden
Die Interaktiven Listen sollten später auf Layouts gelegt werden, damit sie bei der BIMx Ausgabe die Verknüpfungen zu den Bauteilen bilden
Übernehmen Sie die Berechnungen aus der Archicad Vorlage und passen Sie diese für sich an
Erstellen Sie für Ihre Standardblattgrößen Masterlayouts
Die Masterlayouts sollten folgende Dinge enthalten
Autotexte (aus der Projekt-Info, Blatttitel, Zeichnungstitel, etc)
Nordpfeil (Richtung kommt aus den Projektpräferenzen)
Änderungsliste
Erstellen Sie eine Grundstruktur für die normalerweise benötigten Layouts
Benutzen Sie die Ordner (Untergruppen) und automatischen Benennungsmöglichkeiten
Legen Sie evtl. schon einige Layouts für die Sichten und Listen an
Erstellen Sie auch Favoriten für die Zeichnungstitel/Zeichnungen
Überlegen Sie, ob die Zeichnungen automatisch oder manuell aktualisiert werden sollen
Wenn Sie wissen, welche Planarten mit welchen Darstellungsarten Sie normalerweise erstellen, bietet es sich an, Klone der betreffenden Sichten im Organisator zu anzulegen
Klone erstellen automatisch einen neuen Ausschnitt (mit allen Einstellungen) sobald Sie z.B. einen neuen Schnitt anlegen
Der Vorteil: Sie müssen keine einzelnen Ausschnitte erstellen. Sie können aber auch jederzeit die manuelle und die automatische Methode mit Klonen mischen.
Erstellen Sie Publisher-Sets, die Sie normalerweise benötigen
Diese können dann jeweils an den Planungspartner angepasst werden (DWG oder IFC Übersetzer)
Die Pläne aus der Layoutmappe können auch automatisch verknüpft werden, so dass sie später nicht mehr manuell in das Publisher-Set gezogen werden müssen
Passen Sie die Transfer-Einstellungen nach Ihren Wünschen an
Überlegen Sie, ob Sie einen "Begrüßungstext" in den Grundriss schreiben, der bei jedem neuen Projekt erscheint
Legen Sie evtl. Arbeitsblätter mit Arbeitsanweisungen an (wie man publiziert, wie man benennt etc)
Erstellen Sie eine Legende im Arbeitsblatt, die Sie auf die Masterlayouts legen
Es ist sicherlich sinnvoll, dass nicht jeder Mitarbeiter die vollen Rechte bei einem Teamwork-Projekt hat und so Attribute, Modelldarstellungen oder Grafische Überschreibungen und andere Dinge erstellen oder löschen und ändern kann
Vergeben Sie die Rechte an diesen strukturellen Dingen mit Bedacht