vor 2 Wochen
Liebe Community,
es gibt eine Sache, an der ich immer wieder grübele. Wenn man Putzschichten über mehrschichtige Bauteile löst, dann fangt man an Wände bei jedem Schacht oder Lagerraum zu zerstückeln. Also ist eine Putzschicht eher eine Eigenschaft der Räume. Wenn man aber GK-Wände in einem Raum hat, möchte man ja nicht, dass der Raum einem eine Putzschicht davor setzt. Wenn man die Putzschicht als einzelnes Bauteil betrachtet, dann muss man alle Öffnungen, wie Fenster, Türen,etc. nachmodellieren.
Wie löst ihr denn das?
Gruß von T aus D am R
Gelöst! Gehe zu Lösung.
Samstag - zuletzt bearbeitet Samstag
Ist ein Konzept-Durcheinander hier... und natürlich auch in meinem eigenen Kopf..
Es stimmt - und ich habe es auch jahrelang vertreten - daß wir als Planer immer
"gesamt" denken sollten - also mit allen Schichten. Aber gehen wir es von Anfang an neu im Geist durch.
Denken wir in "Gebäude" oder denken wir in "Plan"?
Pläne sind Arbeitsanweisungen für ganz bestimmte Leistungsträger:
Bauherr:
Als "Plan-lese-Neuling" muß er üblicherweise erst "angelernt werden", wie ein Plan zu lesen ist und benötigt daher vereinfachte 2D-Darstellungen in Verbindung mit ansprechendem 3D, damit seine Neuronen die Verbindung zwischen 2D-Plan und 3D-Volumendarstellungen hinbekommen, damit er kontrollieren kann, daß er später bekommt, was er will.
Behörden:
Der Einreichplan soll der Behörde ermöglichen, zu prüfen, ob ein Bau-Vorhaben den festgelegten Kriterien des Bebauungsplanes der Gemeinde entspricht, die Nachbarschaftsrechte eingehalten werden und ebenso den ev. Vorgaben von Denkmalschutz usw..
Was muss die Behörde also vom Planer bekommen?
geoemtrische Ausmaße. Ansichten, Materialien, genaue Lage im Grundstück - "und aus".
"Mehr" liefere ich der Gemeinde zur Bauverhandlung auch nicht.
Ausführende:
Polierpläne und Detaile sollten mit dem genehmigten Einreichplan und der Ausschreibung (Angebot) zusammenstimmen und den gesetzlichen und technischen Richtlinien entsprechen, damit sie als Arbeitsanweisung gelten können.
Üblicherweise beginnt man zuerst mal mit dem tragendem Rohbau. Deshalb stehe ich heute auf dem Standpunkt, daß wir die Polierpläne eigentlich in 2 Phasen liefern sollten - einmal Rohbau und dann später Ausbaupläne - was derzeit leider (noch) nicht üblich ist. Im Polierplan wird üblicherweise Roh- und Ausbau in einen Plan gepackt, was äußerst unübersichtliche Pläne ergibt.
Allerdings - wenn man dies 2-phasig anlegt, dann müssen "die Bauangaben" (Löcher für Leitungen) auch im Rohbau richtig eingetragen sein..
Daraus ergibt sich für mich:
Wenn ich mir nun diesen Ablauf also in einen Workflow für Architekten übersetze, dann sollte ich zumindest schon sehr früh die BauteilAufbauten in Schichten für mich festgelegt haben - also für jedes Bauteil die Aufbauten "haben", damit sich später keine unnötigen Planänderungen ergeben.
Früher habe ich gedacht, es wäre sinnvoll, diese Schichten-Aufbauten gleich möglichst früh in Archicad zu nutzen - quasi schon beim Entwurf, spätestens aber schon in der Einreichungs-Phase, aber heute denke ich anders...
Heute würde ich einschichtig mit neutralem Baumaterial beginnen - allerdings mit Bauteil-Dicken, die sich aus den zuvor festgelegten Aufbaudicken ergeben. Der Vorteil: Ich muss mich nicht mit Schichten-Anschussproblemen in Arbeitsphasen herumschlagen, wo mich das von der eigentlichen Arbeit - dem Raumkonzept und der architektonischen Gestaltung - nur ablenkt.
Archicad hat es dann auch viel einfacher mit einer flüssigen Darstellung, weil wesentlich weniger Berechnungen der Grafikdarstellung nötig sind. Für die Behörde und dem Bauherrn kann ich sehr viel einfacher die Oberflächen anpassen.
Wenn ich dann später in die Polierplan-Phase komme, dann kann ich ja mit wenigen Klicks diese einschichtigen Wände auf die vorbereiteten Mehrschichtigkeiten umstellen und daraus dann die beiden Polierplanphasen herstellen, ohne, daß sich geometrisch am Gebäude irgendwas ändert. In dieser Phase ist dann das 3D üblicherweise nicht mehr relevant, denn es geht nur mehr im eine reine 2D-Plan-Darstellung als Arbeitsanweisungen für die Ausführenden.
Wenn ich immer alle Schichten-Darstellungen von Anfang an in meiner Arbeitsweise mitschleppe, bürde ich mir nur unnötige Probleme in Arbeitsphasen auf, wo ich dies gar nicht brauchen kann.
Aber auch in meinem Workflow-Modell müssen die Schichten zuvor zumindest festgelegt sein, damit man später nicht in Platzprobleme kommt.
Wenn die Vorgaben für Planer aber anders aussehen, dann sollte man diese Vorgaben mal anpassen. Beispielsweise Angabe von Raumflächen ausgehend vom Putz oder vom Rohbau. Hier stehe ich auf dem Standpunkt - gelten sollte immer "das fertige Produkt" - also die echten fertigen Maße eines Raumes - also Putz-Außenkante - nicht Rohbau. Das würde dann vieles vereinfachen.
vor 2 Wochen
Ich habe hierzu ein sehr aufschlussreiches Gespräch mit @Lukas Oelmueller geführt und darauf hin unsere Projektvorlage verschlankt. Wir trennen bei mehrschichtigen bauteilen nur noch zwischen tragend und nichttragend. Putz wir gar nicht mehr dargestellt. Das erleichtert das Zeichnen ungemein.
vor 2 Wochen
Wir zeichnen in der Regel bis 1:50 auch keine Putzschichten. Soweit ich weiss, sind da aber auch die Normen für Flächenberechnungen in der Schweiz etwas toleranter.
Anders sieht es aus, wenn ich eine Bestandesaufnahme aus einer Punktwolke brauche. Da dort immer Fertigmasse aufgenommen werden, zeichne ich auch eine (geschätzte) Putzschicht mit Mehrschichtwänden. Oder, je nach Anspruch, die gesamte Wand durchgehend grau massiv.
Gruss, poeik
vor 2 Wochen
Ja, die lieben Räume sind dann natürlich nicht mehr automatisch möglich und müssen per Hand um eine fiktive Putzstärke reduziert werden.
vor einer Woche - zuletzt bearbeitet vor einer Woche
Räume, die nicht bis an die Bauteile reichen sind "nicht IFC-konform". Auch innerhalb von AC gibt's da Probleme, wenn du auswerten willst, an welchen Raum deine Tür grenzt. Auf der anderen Seite kommst du nicht an die richtige WoFl, wenn du sie nicht modellierst.
Meine Einschätzung was GS dazu denkt: Oh, das ist ja so kompliziert wie die schichtweise Klassifizierung und Attribuierung. Lass mal was anderes machen, verkauft sich bestimmt auch gut. 😄
Der Zynismus kommt daher, dass du zu dem Thema hier im Forum Beiträge von vor 20 Jahren findest. Allerdings: Das ist ein Thema, das auch andere CAD Programme nicht sauber gelöst haben, aber interessante Ansätze haben. Z.B. - ich mags kaum sagen, Allplan. Da definierst du Wand-, Boden- und Deckenbekleidungen im Raum. Und von da aus werden sie im Modell erzeugt. Mit einem ganz anderen Strauß von Folgeproblemen. 😉
Ich modelliere, wenn denn, dann doch noch mit Putzflächen - ich konnte den Lukas-Weg noch nicht gehen.
vor einer Woche - zuletzt bearbeitet vor einer Woche
Das mit dem IFC und der Auswertung hatte ich in der Form nicht auf dem Schirm. Das bringt mich fast dazu mir hier mit einer nicht dargestellten Schicht als Putzersatz nachzubessern.
vor einer Woche
Ich finde mich (unseren Laden) in allen vorstehenden Beiträgen wieder.
Mal so, mal so, aber lieber nicht - man eiert rum. 🐣
In einer aktuellen LP5 modellieren wir sogar Putzschichten - aber nicht an der Wand, sondern an der Decke.
Damit können wir prima Deckenübersichten erzeugen, die Arbeit ist die gleiche wie bei Schraffuren, aber man hat gleich was 'nachhaltiges'. 🙂
vor einer Woche - zuletzt bearbeitet vor einer Woche
Ich muss da @Frank Beister bzgl. Allplan Recht geben - die Eigenschaft der Raumoberflächen dem Raumelement mitzugeben ist schon sehr geschickt. Bei der Berechnung der Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung (für geförderten Wohnraum) muss man die Raumfläche ab der VK Bekleidung rechnen.
Daher kommt man um die Schichten erst mal nicht rum. Ich kenne auch das Add-on von @BerndSchwarzenbacher , aber ich finde es noch nicht ganz überzeugend (insbesondere wegen der doppelten Aktualisierung, was eine Fehlerquelle darstellt).
Die Lösung wäre wahrscheinlich ein Raumelement, das abhängig vom Bauteil eine Putzschicht modelliert oder nicht, also nicht bei Trockenbau, aber bei Mauerwerk oder Beton. Und das sich automatisch mit dem Raum aktualisiert.
vor einer Woche - zuletzt bearbeitet vor einer Woche
Hallo zusammen,
… anknüpfend an Torben schließt sich wieder der …. Nein, tut er eben nicht. Wir drehen uns nur in jenem- im Kreis.
Denn es reißt die offenbar schon ewig währende Baustelle auf, die GS entweder nicht gelöst bekommt oder erst gar nicht angeht: Steilpass zu Frank Beister! Es fehlt die schichtweise Attribuierung (Umbau !!!) und Bedingungen für Baustoffe, damit die GKB-Wand und die Glasscheibe nicht verputzt werden.
Allplan hat mit deren Ansatz („virtuelle Schichten“) bis zu einem gewissen Punkt m.E. in beiderlei Hinsicht Vorteile- bis zu einem bestimmten Punkt der Bearbeitung. Ansonsten ist alles dazu gesagt, nur noch nicht von jedem. Hat GS da überhaupt noch den Finger am (schwachen) Puls?
guten Start in die Woche!
vor einer Woche
Ich brauchte das Thema nochmal um zu zeigen, dass es möglicherweise nicht ganz so sinnvoll ist in LP2 die Putzschichten einzuzeichnen und das das eine anhaltende Diskussion ist. Ich hatte sogar ein Unternehmen, welches angefangen hat, noch dazu die Folien einzuzeichnen, aber nur mit Beispielausschnitten gearbeitet hat. Also Danke an alle.